Sobald die Temperaturen sinken, kehrt jedes Jahr ein Wunsch zurück: eine kuschelige Weste über alles andere zu ziehen. Sie lässt sich leicht überstreifen, ist den ganzen Tag bequem und passt ebenso gut zu einem feinen Pullover wie zu einem leichten Kleid, um die schöne Jahreszeit zu verlängern. Die gute Nachricht: Eine kragenlose Weste im Kimonoschnitt gehört zu den am einfachsten selbst zu nähenden Projekten, auch ohne viel Erfahrung. Wir zeigen Ihnen, wie Sie den richtigen Stoff auswählen, typische Fehler vermeiden und diese Weste zu dem Kleidungsstück machen, das Sie den ganzen Herbst über tragen werden.

Warum die Kimono-Weste das perfekte Projekt für den Herbstanfang ist
Im Gegensatz zu einer gefütterten Jacke oder einem strukturierten Mantel besteht eine Weste im Kimonoschnitt aus nur wenigen Teilen: einem Rückenteil, zwei Vorderteilen und manchmal nur einer durchgehenden Schulternaht, die den Ärmel verlängert. Kein Kragen zum Annähen, kein Reißverschluss, oft nur ein einfaches Knopfloch oder Bindebänder. Dadurch ist sie auch für Nähanfängerinnen bis zum mittleren Niveau geeignet und ergibt dennoch ein Ergebnis, das deutlich aufwendiger aussieht, als es tatsächlich ist. Ein weiterer Vorteil: Der weite Kimonoschnitt verzeiht kleine Ungenauigkeiten beim Nähen, die andere, stärker taillierte Schnittmuster nicht verzeihen würden.
Welchen Stoff Sie für eine schön warme Weste wählen sollten
Die Stoffwahl verändert das endgültige Ergebnis vollständig und ermöglicht es gerade deshalb, aus einem einzigen Schnittmuster mehrere ganz unterschiedliche Kleidungsstücke zu nähen.
Dicke und formstabile Materialien
Ein dicker Baumwollköper, Gabardine oder ein schwerer Baumwollstoff ergeben eine Weste, die ihre Form behält, mit schönen, klaren Falten an den aufgesetzten Taschen und Revers. Das ist die vielseitigste Variante, die Sie im Büro ebenso wie am Wochenende tragen können.
Steppstoff und Sherpa
Für eine ausgesprochen herbstliche Variante verwandeln ein gesteppter Sweatstoff oder ein Kunstfell in Sherpa-Optik dasselbe Schnittmuster in eine kuschelige Weste, fast wie eine kleine ärmellose Daunenjacke. Der Steppstoff - uni oder gemustert - verleiht Volumen und Wärme, ohne die Silhouette dank des Kimonoschnitts zu beschweren. Achten Sie bei einem dicken Material lediglich darauf, die Knopflöcher gut zu verstärken: Ein enger Zickzackstich oder ein Verstärkungsstück aus feinem Stoff verhindert, dass der Steppstoff beim Tragen ausfranst.
Worauf Sie für ein schönes Finish achten sollten
Bei einer kragenlosen Weste kommt es vor allem auf saubere Kanten an: Ausschnitt, Vorderteile und Saum werden oft nur mit einem einfachen Saum oder Schrägband versäubert, ohne eine dicke Blende. Nehmen Sie sich die Zeit, Ihre Falten vor dem Nähen sorgfältig mit dem Bügeleisen zu markieren, besonders bei einem dicken Stoff, der dazu neigt, wieder in seine ursprüngliche Form zurückzukehren. Bei aufgesetzten Taschen stecken Sie diese mithilfe einer Papierschablone flach fest, bevor Sie sie positionieren: So vermeiden Sie einen Vergrößerungsglaseffekt, falls der Stoff beim Nähen spannt. Bei den Knöpfen sollten Sie auf flache Knöpfe aus Steinnuss oder Holz setzen, die auf einem gemusterten Stoff dezenter wirken als glänzende Knöpfe.
So wählen Sie die richtige Größe für eine weite Weste
Da der Kimonoschnitt bewusst weit ausfällt, ist es verlockend, für eine körpernähere Optik eine Größe kleiner zu wählen. Das ist möglich, aber bedenken Sie, dass die Weite an Schultern und unter den Armen gerade den Komfort dieser Weste ausmacht: Ist sie zu eng, verliert sie ihre charakteristische Bewegungsfreiheit. Orientieren Sie sich besser an der Maßtabelle des Schnittmusters - Brustumfang und Schulterlänge - statt an Ihrer üblichen Konfektionsgröße und fertigen Sie bei Unsicherheit zwischen zwei Größen ein Probemodell aus günstigem Stoff an.
Die Weste MACAO, unser Lieblingsmodell für den Herbstanfang
Bei ikatee erfüllt das Schnittmuster für die Damenjacke und -weste MACAO all diese Kriterien: kragenloser Kimonoschnitt, aufgesetzte Taschen, Knopfverschluss und eine Größentabelle von 32 bis 52. Das als PDF zum Ausdrucken zu Hause erhältliche Schnittmuster eignet sich sowohl für einen formstabilen Baumwollköper als auch für einen gesteppten Sweatstoff oder Kunstfell - alle drei oben gezeigten Varianten sind nach demselben Schnittmuster genäht, nur das Material ist jeweils anders. Mit dem Nähniveau einfach bis mittel ist die Weste für geübte Näherinnen an einem Nähtag fertiggestellt.
Möchten Sie vor dem Start noch weitere Schnitte für Westen und Sweatshirts entdecken? Die Kollektion Schnittmuster für Westen und Sweatshirts versammelt all unsere Modelle für Damen, Kinder und Babys - von strukturierten bis zu besonders bequemen Varianten.
Unsere Tipps, damit Ihre Weste lange schön bleibt
Eine selbst genähte Weste verdient eine Pflege, die der Arbeit entspricht, die in ihr steckt. Bei Steppstoffen oder Sherpa-Materialien sollten Sie eine schonende Kaltwäsche und liegendes Trocknen bevorzugen, damit der Sweatstoff nicht plattgedrückt wird. Verstärken Sie die Knöpfe am besten schon beim Annähen: Einige zusätzliche Kreuzstiche unter dem Knopf verhindern, dass er sich beim Tragen ausreißt, vor allem bei den dicksten Stoffen. Und wenn Sie diese Weste zum Verschenken nähen, verleiht ein eingenähtes Webetikett an der Krageninnenseite dem Kleidungsstück eine schöne persönliche Note und verhindert Verwechslungen in der Familiengarderobe.
Die Kimono-Weste ist einfach zu nähen und lässt sich je nach Stoff unendlich vielfältig gestalten - beste Voraussetzungen dafür, dass Sie sie bis zum Frühling jeden Morgen greifen werden. Ein Schnittmuster, unzählige Varianten: Genau das macht auch den Reiz des Nähens eigener Kleidung aus.